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Steigerung der Rassismus-Fälle in der Steiermark um mehr als 30 Prozent

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21. März veröffentlicht die Antidiskriminierungsstelle Steiermark wieder aktuelle Zahlen und Daten zu Rassismus-Fällen in der Steiermark für das Jahr 2013. Im Vergleich zu 2012 stieg die Anzahl der behandelten Rassismus-Fälle in der Antidiskriminierungsstelle Steiermark demnach um mehr als 30 Prozent. Als Zeichen gegen Rassismus in der Steiermark präsentiert die Antidiskriminierungsstelle auf Facebook nun eine Steiermark-Version des Pharrell Williams Hits „Happy“ mit Menschen unterschiedlicher Hautfarbe in der Landeshauptstadt Graz.
Ab heute online: Das „Happy“-Video gegen Rassismus in der Steiermark auf www.facebook.com/keinediskriminierung 
Ab heute online: Das „Happy“-Video gegen Rassismus in der Steiermark auf www.facebook.com/keinediskriminierung
462 Fälle zum Thema Diskriminierung behandelte die Antidiskriminierungsstelle Steiermark im vergangenen Jahr. Davon betrafen 185 Fälle rassistische Diskriminierungen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung der behandelten Rassismus-Fälle von 32 Prozent.

„Eine immer größere Rolle dabei spielen so genannte Hate Crimes, also hassmotivierte Straftaten, die durch Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und religiöse Intoleranz motiviert sind. Dieser Trend wird auch durch eine EU-Studie belegt“, erklärt Daniela Grabovac, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark. Demnach gaben 24 Prozent der befragten Personen (23.500 Befragte) in einer Studie der EU-Grundrechteagentur an, innerhalb von 12 Monaten aufgrund ihrer Herkunft attackiert worden zu sein.

Die Hälfte aller behandelten Rassismusfälle der Antidiskriminierungsstelle Steiermark passierten 2013 im Alltag (32,3 Prozent) sowie in der Arbeitswelt (18,1 Prozent). Die weiteren Bereiche teilen sich wie folgt auf: Behörde (21,5 Prozent), Wohnen (9,9 Prozent), Ausbildung (7,1 Prozent), Internet (6,2 Prozent) und Gesundheit (5 Prozent).

„In der Praxis sind diese Fälle vielfältig und reichen vom Taxifahrer, der von einem Fahrgast aus rassistischen Gründen attackiert wird und trotz vieler anwesender Menschen ohne Unterstützung verletzt liegen bleibt, bis zum rassistischen Wohnungsinserat, das mit dem Hinweis „Keine Afrikaner“ eindeutig gegen das Gleichbehandlungsgesetz verstößt.

Pharrell Williams „Happy“ gegen Rassismus in der Steiermark

„Aktionen wie die ,Zeig dein Gesicht gegen Diskriminierung‘-Kampagne mit mehr als 5000 Mitgliedern zeigen uns aber auch, dass die Menschen in der Steiermark stark gegen Diskriminierung und Rassismus auftreten“, so Grabovac. Diese positive Bewegung setzt die Antidiskriminierungsstelle Steiermark nun mit einem Musikvideo gegen Rassismus in der Steiermark fort.

Pharrell Williams derzeitger Welt-Hit „Happy“ dient dabei als Grundlage und zeigt Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus wird dieses Video nun auf Facebook (www.facebook.com/gegendiskriminierung) präsentiert. „Wir wollen damit noch einmal mehr Menschen mit diesem wichtigen Thema erreichen und den steigenden Rassismuszahlen in der Steiermark auch ein positives Zeichen gegenüberstellen“, so Grabovac.

Bettina Vollath: Steiermark als gute Heimat für alle Menschen

Landesrätin Bettina Vollath: „Die aktuellen Zahlen zeigen einmal mehr, dass Eintreten gegen Rassismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung in der Steiermark ist. Genau aus diesem Grund haben wir mit der Antidiskriminierungsstelle Steiermark eine Einrichtung geschaffen, die sich dieser Thematik offensiv und professionell annimmt. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass die Steiermark eine gute Heimat für alle Menschen ist, die hier leben – Hautfarbe und Abstammung dürfen dabei im 21. Jahrhundert keine Rolle mehr spielen“, so Vollath.

Siegfried Nagl: Respektvolles Zusammenleben ist oberstes Ziel

Bürgermeister Siegfried Nagl: „Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus ist es notwendig als Menschenrechtsstadt eines deutlich zu sagen: Das Heruntermachen eines Menschen auf Grund seiner Hautfarbe ist erbärmlich und es tut mir gegenüber allen Farbigen in Graz leid, wenn sie solche Erfahrungen machen müssen. Das friedliche und respektvolle Zusammenleben ist das oberste Ziel der Stadtpolitik, deshalb haben wir entsprechende Einrichtungen geschaffen, die uns in dieser Frage beraten und unterstützen, zu diesen zählt auch unsere Antidiskriminierungsstelle. Wir vernetzen uns aber auch mit allen anderen engagierten Städten in Europa, um auch über deren Erfahrungen zu möglichst guten Lösungen für unsere Stadt zu kommen. Der Vorstand der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus wird daher auch von 7. bis 9. April in Graz tagen und ich werde mir auch aus diesem Anlass erlauben eine Bilanz zu dieser Thematik zu ziehen!“