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Antidiskriminierungsstelle Steiermark stellt „BanHate“ vor

International erste App gegen Hasspostings geht online

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark hat in Zusammenarbeit mit der Grazer „Kreativagentur Golddiggers" eine mobile App zum raschen Melden von Hasspostings entwickelt. Die Anwendungssoftware steht ab heute, 18. April 2017, kostenlos im App-Store sowie im Google-Play-Store zum Herunterladen bereit.

"BanHate" nennt sich die App gegen Hasspostings, die von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark am Dienstag in Graz vorgestellt wurde. Es dürfte in dieser Form die erste mobile Applikation sein, die das rasche, unbürokratische und plattform-unabhängige Melden von Hasspostings möglich macht. "Speziell in den sozialen Medien scheint es kaum noch eine Hemmschwelle zu geben, wenn es um Hetze und Hass geht. Ein Hassposting korrekt dokumentiert zu melden, war bislang ein recht aufwändiges Unterfangen", sagt Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark.

Mit "BanHate" funktioniert das Melden nun mit wenigen Klicks:
Das mutmaßliche Hassposting wird mit Angabe des Diskriminierungsgrundes, Screenshots und Links dokumentiert und danach automatisch an die Antidiskriminierungsstelle Steiermark weitergeleitet. Dort werden die Postings rechtlich geprüft und im Fall eines diskriminierenden Inhalts beim jeweiligen Provider gemeldet. Zudem ersucht die Antidiskriminierungsstelle Steiermark um Löschung des Postings. Im Fall einer strafrechtlichen Relevanz des geposteten Inhalts kann es auch zu einer Anzeige kommen.

Für die Anmeldung zu "BanHate" müssen sich die Userinnen und User einmalig über ihre Mailadresse oder über Facebook registrieren. "Damit wollen wir missbräuchliche Nutzung vermeiden. Die Daten selbst werden von uns selbstverständlich anonym behandelt und nicht weitergegeben", so Grabovac.

Entwickelt wurde die App gemeinsam mit der Grazer "Kreativagentur Golddiggers". Etwa fünf Monate dauerte es von der Idee bis zur Fertigstellung. "Wir haben die App mit der neuesten Technologie umgesetzt. Sie funktioniert sowohl auf dem Betriebssystem Android als auch auf iOs. Dahinter steht ein leistungsstarker Server, damit möglichst viele Menschen gleichzeitig auf die App zugreifen können", erkärt Michael Zimmer, Geschäftsführer der Kreativagentur Golddiggers.

Laut Statistik ist die Anzahl der gemeldeten Fälle von Hasspostings im Internet in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark verzeichnete 2016 insgesamt 109 Fälle von Hasspostings - eine Verdreifachung gegenüber 2014. Österreichweit wurden 2016 bei den Staatsanwaltschaften um die 600 Fälle angezeigt. Grabovac: "Leider nimmt die Anzahl der Hasspostings weiter rapide zu. Um ein Gegengewicht dazu zu schaffen und nicht tatenlos zuzuschauen, haben wir diese App entwickelt. Wir hoffen auf eine starke Beteiligung der Menschen und auf Zivilcourage. Gemeinsam können wir zeigen, dass Hass im Netz keine Chance hat."

 

Landesrätin Doris Kampus: Politik und Zivilgesellschaft ist gefragt

"Hasspostings sind kein Kavaliers-Delikt das man bagatellisieren kann. Besonders in den Sozialen Medien sinkt die Hemmschwelle immer weiter nach unten. Wir müssen hinschauen statt wegschauen und Diskriminierungen im Netz entschieden entgegentreten. Dabei ist sowohl die Politik als auch die Zivilgesellschaft gefragt. Denn wir wissen aus der Vergangenheit nur zu gut: Von der Gewalt durch Worte zur Gewalt durch Taten ist es oft nur ein kleiner Schritt."

 

Stadtrat Kurt Hohensinner: Vehementer Befürworter der Klarnamenpflicht

"Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut. Aber natürlich hat auch dieses Grenzen. Nämlich dann, wenn gegen Gesetze verstoßen und durch das geschriebene Wort Gewalt gegen Menschen ausgeübt wird. Die vermeintliche Anonymität im Internet hat zu einer starken Zunahme von Hasspostings in sozialen Medien geführt. In den vergangenen beiden Jahren haben sich die Meldungen an die Antidiskriminierungsstelle in diesem Bereich beinahe verdreifacht. Wir wollen, dass Menschen ihre Meinung vertreten können, aber auch, dass sie mit ihrem eigenen Namen dafür einstehen. Deshalb bin ich auch vehementer Befürworter einer Klarnamenpflicht. Darüber hinaus freue ich mich, dass die Antidiskriminierungsstelle mit der neuen Hassposting-App Vorreiter im Bereich digitale Diskriminierung ist, und es dadurch ermöglicht, entsprechende Verstöße einfach, unkompliziert und niederschwellig zu melden."

 

Externe Verknüpfung BanHate:
Kostenlos zum Download im Google-Play- sowie im App-Store

 
 
 
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